2. Frage: Neuverpaaren beim Prachtrosella?
Beispiel: Bei einem meiner Prachtrosella Zuchthähne ist als er 12 Jahre alt war, seine Partnerin verstorben. In dem Jahr hat er kein neues Weibchen angenommen bzw. akzeptiert, es muss nicht immer so sein. Im Herbst habe ich ihn in den Jungvogelflug (Voliere) gesetzt. Dort hat er sich eine junge Henne gesucht und im darauf folgenden Jahr haben die zwei erfolgreich gezogen, sie harmonierten super. Es werden auch ältere Vögel mit einander verpaart. Wichtig ist nur, dass der neue Vogel nicht zu dem alten in die Voliere gesetzt wird, sondern dass der neue Vogel erst Zeit hat, sich einzugewöhnen bzw. das beide in eine neue Umgebung (Voliere) gesetzt werden, so dass keiner Reviervorteil hat.
Ein Zuchtkollege hat sein Zuchtpaar Prachtrosellas getrennt und mit zwei neuen Partnern verpaart. Leider hat er diese nicht weit genug auseinander gesetzt (nur 3 Volieren weiter). Im Herbst sprachen wir über die Zucht und er hatte mit keinem der beiden Paare gezogen und fragte sich woran das liegen könnte. Sie riefen und sahen sich, hingen am Draht und wollten nur in die Nachbarvoliere. Wenn man umpaart ist es ganz wichtig den alten Partner außer Sicht und Rufweite zu bringen. Ansonsten ist es bei einem vorher harmonisierenden Paar sehr unwahrscheinlich, dass sie den neuen Partner akzeptieren.
Wenn ich so an einige Vereins- bzw. Zuchtkollegen denke gibt es da schon sehr große Unterschiede. Der eine mag die Artenvielfalt und hält von jeder Art ein Paar und der Andere hält ein paar Arten weniger, dafür aber von jeder Art mehrere Paare. Ich bin z. B. auch ein Züchter der lieber ein paar Arten weniger hält. Ich habe festgestellt, dass, wenn man mehrere Paare einer Art hält, diese aber nicht direkt in nebeneinander liegenden oder gegenüberliegenden Volieren gehalten werden sollte (z.B. Prachtrosella, Pennantsittiche, Stanleysiitche oder Adelaidesittiche) sich dieses auf die Zucht stimmulierend auswirkt. Denn gerade in der Balz heizen sich die Hähne durch ihren Gesang oder Flöten gegenseitig an. Ein weiterer Vorteil der Zucht mit mehreren Paaren einer Art oder Unterart liegt darin, dass man Jungtiere die von ihren Eltern nicht versorgt werden anderen Paaren unterlegen kann. Dass das Umlegen der Jungtiere nur in Ausnahmefällen geschehen soll dürfte als selbstverständlich angesehen werden. Ein weiterer Vorteil der Zucht mit mehreren Paaren ist, dass man selbst blutsfremde Paare aus seinen Jungtieren zusammenstellen kann.