20. Fragen: Wurmkuren bei Großsittichen?

 

Wann und sollte man überhaupt den/die Rosellas eine Wurmkur unterziehen? Erkennt man die Infektion an einem anderen Verhalten etc.? Was für Arten für Wurmkuren gibt es für die Vögel wenn möglich mit Namen? Woher bekomme ich eine solche Wurmkur?

 

Antworten: zu Frage 1: Australische Sittiche sind gegen Würmer anfällig aber nicht jeder Vogel aus einer Aussenvoliere hat automatisch Würmer. Auch Vögel in der Wohnungshaltung können sich mit Würmern infizieren durch frische Zweige oder Grünfutter und durch Wildvögel die über Volieren fliegen oder durch Neuzugänge. Bitte im Frühjahr und im Herbst oder bei Bedarf den Kot mikroskopisch auf Parasiten, Bakterien und Pilze Untersuchungen lassen. Kotproben bitte über den Zeitraum von 3 Tagen und möglichst sauber (außer bei akuten Fällen), d.h. bitte mit Hartplastikfolie oder ähnlichem unter der Sitzstange sammeln und vom Tierarzt oder Labor untersuchen lassen und bei Wurmbefall entwurmen.

ALLE Vögel werden einer Grunduntersuchung unterzogen! Sammelkotprobe pro Abteil, nicht die gesamte Anlage (zwecks Eingrenzung),

 

zu Frage 2: Man kann es eigentlich schon vorher am Verhalten des Tieres merken.

Wenn das Tier jedoch sehr stark abgemagert ist oder der Vogel spitz in der Brust ist und aufgeplustert sitzt, häufiges Schlafen tagsüber auf beiden Beinen, Schwächeanzeichen und mit den Augen blinzelt. Meist ist es dann aber auch zu spät zum entwurmen, da der Vogel dann schon sehr geschwächt ist. Ein weiteres Zeichen ist die mangelnde Fluchtdistanz zum Menschen nicht mehr geben ist und er plötzlich zahm ist obwohl er sonst scheu ist.

 

zu Frage 3: Bevor man entwurmt bitte Kotprobe untersuchen lassen. Das Concurat L hat als Wirkstoff Levamisol, das Panacur hat als Wirkstoff Fenbendazol. Alles beides sind Entwurmungsmittel, die den Stoffwechsel der erwachsenen Würmer lahm legen und damit die Würmer abtöten.

Concurat L 10% von Bayer, Panacur von Bayer 2,5 % oder 10 % sind die gängigsten Wurmmittel bei Vögeln, Concurat L muss man 3-4 Tage hintereinander immer frisch darreichen, wenn möglich bitte 2 x am Tag wechseln, weil mir bekannt ist dass das Wasser nach ca. 6 Stunden sehr bitter wird. Bitte die Wurmkuren 2 x im Abstand von 12-14 Tagen durchführen, da noch Wurmeier im Körper sein können, die dann schlüpfen und als Eier nicht abgetötet wurden.

Die beste Wirkung erzielt man wenn man den Tieren einen Tag vorher das Wasser entzieht.

Das Entwurmen nutzt aber nur dann etwas, wenn man gleichzeitig auch die Käfige und Volieren desinfiziert, vor allem aber die Bodenbeläge erneuert (Einstreu, Sand).

Gute Erfahrung hab ich mit dem ausbrennen der Volieren und zwar mit dem Brenner den die Dachdecker verwenden mit Gasflasche.

Die Dosierung für Concurat L (Levamisolhydrochloid) auf der Tüte steht 7,5g. auf 7 Liter Wasser, weil Vögel nicht sofort Trinken. Sollte die Dosierung höher sein lt. einiger Tierärzte über das Trinkwasser 1 Beutel auf 3,5 Liter. 4 Tage hintereinander übers Wasser in 12– 14 Tagen wiederholen. Die Dosierung bitte mit einem Tierarzt Vogeltierarzt besprechen.

Direkte Eingabe: 15 – 20 mg/kg Körpergewicht

Beispiel: Kongo Graupapagei etwa 7,5 mg = 1/100 des Beutelinhaltes

3 – 4 Tage übers Wasser in 12 – 14 Tagen wiederholen

Eine Verabreichung über das Trinkwasser ist wesentlich ungenauer bzgl. der einzelnen Vögel. Man hat keinerlei Kontrolle über die evtl. aufgenommene Medikamentenmenge und manche Vögel meiden für mehrere Tage das Trinkwasser.

Man muss gewährleisten das während der Therapie die Vögel keine sonstige Flüsskeit auf sprich Obst oder Regenwasser.

Lt. meinem Kenntnisstand sollte man auch Wurmkurmittel wechseln um Resistenzen vorzubeugen.

 

Panacur 10% Suspension für Hunde/Rinde und andere Großtiere ist für unsere Sittiche eher ungeeignet da eine genaue Dosierung sehr schwierig ist. Ebenso sollte man nicht selbst verdünnen daher ist die 2,5% vorzuziehen.

 

Die Dosierung bitte vom Tierarzt holen und zwingend daran halten bei Überdosierung schon einmal ein Vogel auf der Strecke bleiben kann.

 

Dosierungsempfehlungen:

Die Dosierung ist bei 2,5 % Panacur Lösung 1,0 ml pro kg per Kropfspritze/direkt in den Schnabel

Lt. Herrn Dr. Axel Zinke, 49504 Lotte-Büren

Die Dosierung ist 25mg/kg D.h. 1,0 ml Panacur 2,5% pro 1kg Körpergewicht.

Lt. Herrn Dr. Marcellus Bürkle, 76139 Karlsruhe am 13.01.2009; heißt pro 100 g Körperwicht 0,1 ml

4 Tage hinter einander und nach 14 Tagen wieder holen.

 

Da einige Züchter die nach oben offene Freivolieren mit Naturboden habe (div. Großsittiche), führen diese Methode im Frühjahr, nach der Brutzzeit und noch einmal im Winter durch. Jedesmal nach 12 – 14 Tagen eine Wiederholung.

 

Wichtig ist eine Nachkontrolle nach der Wurmkur durch eine neue Kot Untersuchung.

Nach Wurmkuren ist ein Darmaufbau erforderlich, ebenso nach Antibiotikagabe. D.h. ein Probiotikum, beim Tierarzt oder Futterhändler erhältlich zu verabreichen. Bitte aber Rücksprache mit dem Tierarzt (Vogeltierarzt). Es gibt verschiedene Methoden Hauptsache sie helfen dem Vogel und doktern Sie nicht alleine rum. Es gibt Züchter die angeblich ohne Wurmkurmittel auskommen und mit Reinfan oder Knoblauch entwurmen.

 

Weitere Antworten bzw. Tipps

Geschrieben von Dr. Reinhard Schneider AZ-Nr.: 19503

"Was ist nun die wahre Lösung?" und ganz klar sagen: DIE GIBT ES NICHT!!!

Jeder Züchter hat im Laufe der Jahre seine Erfahrungen gemacht und gibt diese, mehr oder minder vehement propagierend, weiter.

Ob ich mit derselben Methode Erfolg habe oder nicht wird sich dann zeigen, aber ich muss mich selbst für einen eigenen Weg entscheiden, und hier die Tipps auch nur als solche ansehen.

 

Spulwurmbefall

 

Hallo alle zusammen,

ich möchte an dieser Stelle meine Methode kurz vorstellen, da ich sie seit ca. 20 Jahren (damals ein Tipp von einem "alten Hasen") anwende. Zuerst habe ich Banminth Pulver später Concurat benutzt, beides als Mittel mit gleichem Erfolg.

 

Nur ist meine Verabreichungsmethode eine andere als die bisher geschilderten.

 

Ich habe ca. 40 Großsittiche in meinem Bestand. Als Anfänger habe ich die Mittel auch über das Trinkwasser gegeben und dann festgestellt, dass meine Tiere länger ohne Wasser auskamen als mir lieb war. Sie "rochen" das Wurmmittel förmlich und sind bis zu 2 Tage nicht an das Wasser rangegangen. Seit Jahren mache ich es aber wie folgt:

 

Ich löse 1/2 Teelöffel Pulver in 250 ml Wasser auf, halbiere Äpfel und lege diese kurz mit der frische angeschnittenen Seite in die Lösung. Jedes Paar erhält dann eine Apfelhälfte, nachdem sie 2 Tage lang kein Obst hatten.

 

Ich habe festgestellt, dem Wasser können sie widerstehen, dem Obst nicht.

 

Diese Methode wende ich 2 x jährlich zur Prophylaxe an und hatte damit noch keine Probleme. Alle Tiere überstehen die Wurmkur ohne Nebenwirkungen (keine Überdosierungs- oder sonstigen Schäden) und auch Ausfälle durch eine Wurmerkrankung hatte ich seitdem, bis auf ein Jahr in dem ich mir durch Zukauf eines Vogel eine "Wurmepidemie" eingeschleppt habe, keine mehr.

 

Doch wie gesagt, ich halte es für wichtig, dass jeder für sich aus den unzähligen Tipps (mehr ist es nicht) das für sich richtige probiert.

Die einzig richtige Methode gibt es m. E. nicht.

 

Dr. Reinhard Schneider AZ 19503

 

 

Geschrieben von Siegfried Friedrich AZ-Nr.: 4284

Möchte an dieser Stelle Dir meine Methode mit Concurat ( vom Tierarzt ) kurz vorstellen, da ich sie seit ca. 30 Jahren (damals als Tipp von einem Zuchtkollegen ) anwende . Zuerst habe ich Panacur (Dieses Medikament greift nicht nur die Parasiten sondern auch die Darmflora an) dann nach dem Tipp Concurat benutzt, beides als Mittel mit gleichem Erfolg bei den Parasiten.

 

Nur ist meine Verabreichungsmethode von Concurat heutzutage eine andere als die auf der Verpackung geschriebene über das Trinkwasser.

Zuerst habe ich das Mittel auch über das Trinkwasser gegeben und dann festgestellt, dass meine Tiere länger ohne Wasser aus kamen als mir lieb war .Sie "rochen/ schmeckten? " das Wurmmittel förmlich und sind bis zu 2 Tage nicht an das Wasser rangegangen.

 

Ich lasse das Concurat - Wasser von Cous-Cous (Hartweizengrieß) aufsaugen und mische dieses mit dem CEDE Eifutter, was sehr schnell und gut aufgefressen wird.

Dieses wird über eine Woche gegeben und nach 2 Wochen wiederholt.

 

Diese Methode wende ich 2 x jährlich im Frühjahr und Herbst zur Prophylaxe an nach einer Untersuchung einer Kotprobe und hatte damit noch keine Probleme. Alle Tiere überstehen die Wurmkur ohne Nebenwirkungen (keine Überdosierungs- oder sonstigen Schäden fest zu stellen) und auch Ausfälle durch eine Wurmerkrankung hatte ich seitdem nicht.

 

Aber auch das Ivomec ( Ivermectin wird aber Tropfenweise auf den Nacken gegeben ) zählt zu diesen Mitteln . Wie schon gesagt ist immer wichtig, eine Nachbehandlung durchzuführen, meist so nach ca. 2 Wochen, denn die Wiederinfektion durch die sehr resistenten Wurmeier die ausgeschieden wurden kann zu erneutem Wurmbefall führen.

 

Ich lasse also eine parasitologische und bakteriologische Untersuchung des Kots durchführen (machen alle Veterinäruntersuchungsämter, private Labors und auch manche niedergelassenen Tierärzte für uns).

 

Siegfried Friedrich AZ-Nr.: 4284

 

 

Geschrieben von Frank Mayerbüchler AZ-Nr. 11029

Ich habe vergangenen Samstag eine Wurmkur mit Panacur abgeschlossen. Zuvor hatte ich Kotproben aller Vögel untersuchen lassen, wobei in zwei Proben Spulwürmer festgestellt wurden.

 

Nach einigem Fachsimpeln mit dem Tierarzt riet er mir zu Panacur. Er gab mir eine 2,5 prozentige Lösung in Einwegspritzen mit. Die Verabreichung erfolgte mittels einer Kropfsonde (ebenfalls vom Tierarzt).

 

Über die Anwendungsweise wurde ich umfassend aufgeklärt.

Nach anfänglichen Bedenken kam ich wider Erwarten gut zurecht und kann nun sicher sein, dass meine Vögel das Medikament auch aufgenommen haben.

 

Ich habe Glanz-, Vielfarben- und Ziegensittiche behandelt.

 

Die Dosierung wurde mir ebenfalls vom Tierarzt vorgegeben.

 

Mein Rat: Den Tierarzt aufsuchen und mit ihm die Behandlung absprechen! Wichtig ist, dass er das Gewicht des Vogels kennt, wobei ein Durchschnittswert ausreichend ist. Das Gewicht eines  Nymphen kannst Du in der Fachliteratur nachlesen.

 

Die notwendige zweite Behandlung des Bestandes nach einiger Zeit werde ich voraussichtlich mit Concurat durchführen.

 

Am wichtigsten ist jedoch, nach der Wurmkur die Gehege gründlich zu reinigen. Desinfektion hilft nicht gegen Wurmeier. Hier kann nur Hitze Abhilfe schaffen! Ich habe meine Innenvolieren (wie sonst auch) mit dem Dampfreiniger gereinigt, das sollte kein Wurmei überleben.

 

Nach meinen anfänglichen Bedenken (auch ich habe die Beiträge gelesen, wonach Vögel aufgrund einer Wurmkur gestorben sein sollen) kann ich nun sagen, dass mein gesamter Bestand die Behandlung bestens überstanden hat und putzmunter ist.

Meines Erachtens muss vor allem auf die richtige Dosierung geachtet werden, dann kann eigentlich nichts schief gehen. Deswegen sollte man auch ohne tierärztliche Beratung nicht selbst laborieren.

 

Frank Mayerbüchler AZ-Nr. 11029

 

 

Geschrieben von Frank Dingerdissen AZ-Nr.: 47615

Zur Vorbeuge gebe ich meinen Tieren RAINFARN (gerade den Jungen, da das Immunsystem noch nicht so gestärkt ist, wie bei gesunden Alttieren, um Medikamente zu verkraften). Es wächst meist an Feldwegen, welches jetzt Anfang September aber meist schon am verwelken ist. Ich friere mir hiervon jedoch immer etwas im August ein, daß ich es auch im Frühjahr füttern kann, wenn es noch nicht in der Natur wächst. Ich persönlich habe sehr gute Erfahrung damit gemacht, nur nicht zu viel füttern, da es schon Fälle von Überreaktionen gegeben hat. 1x die Woche einen Monat, langt eigentlich aus.

 

Paprika gegen Würmer halte ich für Quatsch. Rainfarn ist ein ein natürliches Wurmmittel. Die Waldvögel bei uns essen dies auch, sobald Sie merken, daß Sie erkrankt sind. Bei unseren Sittichen ist dies anders. Wenn Sie es mögen, essen Sie so viel ohne es zu dosieren. Deshalb nicht zu viel geben. Ich empfehle pro Paar Sittich eine Pflanze und dann bei Hälfte vom Stiel abschneiden. Ich stecke es von außen in Sichthöhe durch den Draht. Bei zuviel Rainfarn, ist es möglich, daß epileptische Anfälle verursacht werden. Hatte ein Kollege von mir mal, ansonsten kenne ich so viel Züchter, die nichts anderes geben und Wurmmittel, evtl. mal im Frühjahr zur Vorbeuge.

Hängend heißt: (mit Hanfschnur gebundenen) Sträußen an. Ich hänge sie an einem Haken von der Volieren-Decke über einer Sitzstange ab. So sind die Blütenköpfe oder die Samenstände direkt auf Sittich-Höhe und werden von allen (!) Sittichen gierig gefressen und sorgen lange Zeit für Beschäftigung. Kleinere Sitticharten turnen ziemlich geschickt auf diesen Sträußen herum.

 

Mit CONCURAT habe ich persönlich keine guten Erfahrungen gemacht, da es sehr agressiv ist, die Würmer absterben und komplett abgehen. Der Vogel verendet dann meist an Verstopfung. Desweiteren habe ich bei meinen Tieren festgestellt, daß Diese CONCURAT so gut es geht nicht zu sich nehmen (bei Abreicherung über Trinkwasser), da das Mittel scheinbar doch ein sehr bitteren Geschmack haben muß.

 

Ich gebe im Notfall einem befallenem Tier PANACUR mit einer Kropfspritze direkt in den Kropf.

 

Frank Dingerdissen AZ-Nr.: 47615

 

 

Zum Thema "Vorbeugende Kuren" gab Prof. Dr. Kaleta im Forum nachstehende Antwort: Thema "präventive Kuren": 10.09.2002, AZ-Forum

 

(1) die allerbeste präventive Kur besteht aus täglicher sorgfältiger Beobachtung der Tiere und das sofortige und übersichtliche Aufschreiben aller Beobachtungen in einem persönlichen Tagebuch. Alle Menschen sind mehr oder weniger vergesslich und neigen zu Verwechslungen und falschen Assoziationen.

 

(2) treten Gesundheitsprobleme auf, dann hilft nicht die spontane Gabe von irgendwelchen Mitteln oder das Befolgen von gut gemeinten Ratschlägen aus dem Freundeskreis, sondern nur das Herausfinden der Urachen des beobachteten Problems. Hierbei helfen die eigenen Notizen ganz besonders.

 

(3) Kokzidien und Würmer im Darm sind ein besonders häufiges Krankheitsproblem bei Jungvögeln. Deshalb sind bei diesen Vögeln Kotbeschaffenheit (Konsistenz, Menge, Farbe, fest/flüssig) besonders sorgfältig zu beobachten und zu täglich zu notieren. Werden Abweichungen von der normalen Kotbeschaffenheit beobachtet, dann sofort eine parasitologische und bakteriologische Untersuchung des veränderten Kots durchführen lassen (machen alle Veterinäruntersuchungsämter, private Labors und auch manche niedergelassenen Tierärzte für Sie).

 

Nur dann, wirklich nur dann, wenn Parasiten gefunden worden sind, ist eine Behandlung durchzuführen. Die heutigen Präparate sind in der Regel gut verträglich und werden deshalb gern verwendet. Die Gabe von Kokzidien- und Wurmmitteln ist aber völlig unnütz, wenn im Kot der Tiere diese Parasiten gar nicht vorhanden sind! Die Präparate schützen nicht vor zukünftigen Infektionen!

 

Meine Meinung: alle Züchter liegen falsch, die eine „Wurmkur“ durchführen, wenn keine Würmer vorhanden und nachgewiesen worden sind! Schade um das Geld dafür, schade um die unnötige Belastung der Vögel mit diesen Mitteln und schade um das fehlende Geld für eine Kotuntersuchung.

 

Wenn aber Kokzidien oder Wurmeier nachgewiesen worden sind, dann reicht es nicht, ein wirksames Mittel zu verabreichen. Im ausgeschiedenen Kot befinden sich immer noch die Parasiten. Wenn die Vögel an und im Kot picken, nehmen sie sofort wieder Parasiten auf und die Infektion beginnt von neuem. Folglich: Kotbeseitigung ist nötig und deshalb wichtig. Regelmäßige Reinigung und Maßnahmen zur Vermeidung des direkten Kontaktes der Vögel mit dem Kot helfen hierbei.

 

Prof. Dr. E. F. Kaleta

 

Institut für Geflügelkrankheiten, Fachbereich Veterinärmedizin, Justus-Liebig-Universität Gießen, Frankfurter Straße 91-93, 35392 Gießen.

 

Theo Vins

AZ-Präsident

E-Mail: theo.vins@azvogelzucht.de

 

 

20.B. Schon wieder Würmer????

 

Hallo,

heute Abend habe ich meinen Blaßkopfrosella (04.2007) tot in meiner Innenvoliere gefunden. Sein Kopf war nicht steif, ich konnte ihn bewegen. Erst habe ich gedacht, er wäre an einem Genieckbruch gestorben. Ich habe ihn dann auch mal gewogen. Er wog 94g. Dann kam mir sofort der Verdacht, dass er Würmer hat. Üblicherweise wiegen solche Vögel ca. 120g.

Letztes Jahr vor Weihnachten ist mir ein Rotflügel an Würmer gestorben. Ich habe ihn untersuchen lassen. Man sagte mir, dass er voll von Würmer steckt und ich sollte sofort eine intensive Wurmkur machen. Nach Absprache des Arztes habe ich das Standardgewicht von den Vögel genommen und habe dann dementsprechend meinen Vögel Panacur gegeben. Ich habe die Wurmkur 3 Tage gemacht und ca. 2 Wochen später wiederholt.

 

Kann es sein, dass innerhalb so kurzer Zeit der Wurm zurück gekehrt ist?

Um auf Nr. sicher zu gehen, werde ich morgen den Vogel auch wieder zum TA schicken, damit der nachgucken kann, was der Grund ist.

Kann man noch was anderes gegen Würmer machen, außer ihnen Panacur oder einen anderes Mittel zu geben? Oder hätte ich im Februar / März meinen Vögel wieder eine Wurmkur ( 1x und 2 Wochen später noch mal ) geben müssen.

 

Meine Voliere habe ich jetzt 4 Jahre und bisher hatte ich nie Probleme mit Würmern.

 

Vielen Dank im voraus.

 

Gruß

Markus MUnterste@aol.com AZ-Nr. 47390

 

 

Antwort: Hallo Markus,

 

es kann verschiedene Ursachen haben. Einmal das die Wurmkur zu kurz durchgeführt wurde, dass nicht alle Eier geschlüpft waren und somit vom Wurmkurmittel nicht abgetötet wurden.

 

Ebenso kann eine nicht ausreichende Desinfektion die Ursache sein d.h. Innen- sowie Außenvoliere ausbrennen um dort befindliche Wurmeier abzutöten. Den Sand wechseln und nach der Wurmkur eine Kontrolle durch den Tierarzt durch führen zu lassen bringt wesentlich mehr Sicherheit. Bei feuchtem Wetter sterben die Wurmeier nicht so schnell im Boden ab und ebenso könnten neue Vögel Würmer eingeschleppt haben.