39. Frage: Wie kann ich befruchtete Eier erkennen?
Hallo zusammen,
meine Gelbbauchsittiche haben vor gut drei Wochen 4 Eier gelegt und die Henne war auch die ganze Zeit am Brüten und ich habe eigentlich damit gerechnet, dass die kleinen in diesen Tagen schlüpfen. Gestern habe ich dann noch einmal in den Kasten geschaut und es lagen nun 6 statt 4 Eier im Kasten. Ich gehe mal davon aus, dass die ersten 4 wohl nicht befruchtet waren (warte noch ein paar Tage ab) und möchte sie daher aus dem Kasten entfernen. Ich kann sie doch mit einer Taschenlampe durchleuchten, richtig? Ab wann kann ich das machen? Was sollte ich erkennen?
Antwort: Die Eiablage
Es ist nicht ungewöhnlich, wenn die Vögel erst nach dem zweiten, dritten, vierten oder fünften gelegten Ei zu brüten beginnen, machen Sie sich also keine Sorgen, wenn sie sich nicht sofort auf das erste Ei setzen. Bei Allen australischen Sittichen brütet ausschließlich das Weibchen, mit einer Ausnahme: beim Nymphensittich teilen sich Hahn und Henne das Brutgeschäft. Bei der Berechnung der Brutdauer sollten Sie bedenken, dass das tatsächliche Datum am dem Tag wo die Henne sich gesetzt hat. Die Brutzeit der Plattschweifsittiche beträgt im Durchschnitt 19 – 20 Tage, erblicken die Jungen das Licht der Welt, mit dem Eizahn einer kalkhaltigen, dornenartigen Erhebung auf der Spitze des Oberschnabels, pickt das Küken beim Schlüpfen die Eierschale auf. Den Eizahn verlieren die Jungtiere im Alter von ca. 1 Woche. Wobei besondere Umwelteinflüsse die Entwicklung der Embryonen verkürzen oder verlängern können. Sie erfolgt im zweitägigen Abstand die Eiablage vollzieht sich im allgemeinen am Nachmittag oder frühen Abend. Die Gelege bestehen in der Regel aus 4 -7. Da sie keine Schutzfarbe benötigen, in Zusammenhang mit dem dunklen Höhlennistplatz, sind die Eier weiß.
Die Eier von dem Weibchen regelmäßig gedreht, um Verwachsungen der Eihäute mit dem Embryo zu verhindern. Gleichzeitig werden die Eier von der Henne umgelegt, um eine gleichmäßige Erwärmung sicherzustellen, denn zwischen den äußeren und inneren Eiern eines Geleges besteht ein beträchtlicher Temperaturunterschied. Wie die Henne die Temperaturregelung durchführt, ist bis heute noch ungeklärt. Die Temperatur darf nicht zu niedrig sein, aber sie darf an heißen Tagen auch nicht über einen kritischen Wert ansteigen. Es ist nachgewiesen, dass das Weibchen bei hohen Außentemperaturen den Eiern Wärme entziehen kann. Für das Wachstum der Embryonen ist viel Energie notwendig, die im Inneres des erzeugt werden muss. Der Wirkungsgrad dieser Energie beträgt nach Herrn Stuber (1987) bei Energie werden als Wärme frei. An kühlen Tagen erleichtert dies Stoffwechselwärme der Henne das Brutgeschäft, aber an warmen Tagen kommt es leicht zu einer tödlichen Überhitzung der Embryonen, wenn die überschüssige Wärme von dem Weibchen nicht abgeführt werden kann.
Ein weiteres Wunder ist die Regulierung der Feuchtigkeit durch die Henne. Häufig wird befürchtet, dass die Eier austrocknen; die Gefahr, dass Embryonen ertrinken, ist jedoch mindestens genau so groß. Bei den chemischen Vorgängen während der Entwicklung im Ei entsteht eine beträchtliche Menge Wasser, das aus dem Ei verdunsten muss, da sonst der Embryo keine Überlebenschance hat. Wenn man davon ausgeht, dass ein Hühnerei von etwa 60 Gramm im Laufe der Entwicklung des Kükens etwa 11 Liter Wasserdampf abgibt, kann man sich ausrechnen, dass bei einem Wellensittich von etwa 3 Gramm ungefähr 1/2 Liter Wasserdampf Abgeführt werden. Beim den Plattschweifsittichen zwischen 4 und 9 Gramm zwischen Summe ca. 6 Gramm ca. 1 Liter Wasserdampf.
In auf Bezug auf die Luftfeuchtigkeit im Nistkasten bzw. Niststamm, mache ich bzw. meine Bekannten keine große Gedanken.
Den Luftfeuchtigkeit im Nistkasten bzw. Niststamm muss in der Regel nicht allzu große Aufmerksamkeit geschenkt werden, denn die Zuchthennen regeln das selber über das tägliche Baden, da her eine große Badeschale an heißen Tag sind die Weibchen klitschnass und gehen sie zurück auf Nest, zu mindestes habe ich die Erfahrung bei Australischen Sittichen gemacht. Denn im Natur ist keiner mit einer Blumenspitze.
So in etwa sieht es dann aus, die Abbildung zeigt in etwa 6 – 8 Tage altes Befruchtetes Ei.
Prachtrosella Henne mit 5 befruchtete Eier, 1 unbefruchtete
Prachtrosella Weibchen Opalin-Ino mit 6 befruchtete Eier, 1 unbefruchtete
ZH mit einem Jungen Prachtrosellas ca. 1 Std. alt, 3 befruchtete Eier, 1 unbefruchtete.

Junge Prachtrosellas 4Stück 3 - 2 Tage alt, 2 befruchtete Eier, 1 unbefruchtete

Ab dem 5. Tag kann man im Ei rote Adern erkennen, die auf eine Befruchtung hinweisen, nachdem die Henne sich gesetzt hat. Nach gut einer Woche verfärbt sich das befruchtete Ei schwärzlich, die unbefruchtete Eier bleiben hell bzw. sind durchscheinend. Ich habe festgestellt, dass meine Zuchtweibchen sich erst ab dem 4 - 5. Ei setzen. So schlüpfen die ersten Jungen beinahe gleichzeitig auch aus ihren Eiern heraus.
Kontrollen: Da manche Weibchen bei Kontrollen besetzter Bruthöhlen ist nicht unproblematisch reagieren, Kollege von mir hatte eine Prachtrosella Henne die beim betreten der Innenvoliere im Niststamm anfing zu toben so mit Eiersalat mache.
Allgemein können folgende Empfehlungen gegeben werden: Eine Vogelzucht sollte stets unter Kontrolle stehen, besonders während der Brut und der Aufzucht von Jungvögeln. Allerdings müssen die Paare sehr frühzeitig und auch regelmäßig beispielsweise an die Kontrolle der Bruthöhle gewöhnt werden. Dabei wird behutsam vorgegangen. Die meisten Paare werden dann immer vertrauter, und der Brutablauf kann kontrolliert werden. Es muss natürlich viel Zeit investiert werden, um die Gewohnheiten der Vögel kennen zu lernen, also den Zeitpunkt des Nistkastenverlassens zur Entleerung und Futteraufnahme, Wasseraufnahme usw.
Man kann Eier auf ihre Befruchtung kontrollieren. Dafür müssen Sie mindestens fünf Tage bebrütet sein. Beim Licht einer Taschenlampe oder so genannte Schierlampe steht man bei befruchteten Eiern rote Aderchen, die sich vom keim in der Mitte des Dotterrandes aus verteilen. Aber in der Zeit würde ich nicht in die Hand nehmen denn durch drehen oder wackeln können die Äderchen reißen und so mit der Embryo absterben.
Befruchtete Eier schlüpfen nicht: Sehr viele Eier sind zwar befruchtet, es schlüpfen aber denn noch keine Jungvögel. Dies kann mehrere Ursachen haben und nicht alle sind hinreichend bekannt. Wenn das Weibchen den Niststamm für längere Zeit verlässt, unterkühlen die Eier und die Embryonen sterben ab. Dieser Fall tritt selten ein, wenn die Henne sein Gelege nicht überhaupt aufgibt; oft kehrt es erst nach ein paar Stunden in die Höhle zurück und die Eier entwickeln sich trotzdem. Eine Schädigung des Embryos ist übrigens weniger wahrscheinlich, wenn das Weibchen die Höhle gegen Ende der Brutzeit verlässt. Zu Beginn der Brut sterben die Embryos oft aus anderen Gründen, etwa aus körperlichen Schwächen der Eltern oder wegen Mangelerscheinungen aufgrund unzureichender Fütterung.
Zerbricht ein befruchtetes Ei oder erhält es einen Sprung, so tritt Blut aus. Es gibt eine goldene Regel, von der man niemals abweichen sollte: Ist der Schlüpftermin eines Geleges mit befruchteten Eiern überfällig, sollte man nie die Schale aufbrechen, um zu sehen, ob das Küken vielleicht stecken geblieben ist und noch lebt. Durch das gewaltsame Öffnen der Schale wird das Küken in jedem Fall getötet. In zahllosen Geschichten hört man von Vogelliebhabern, die Eier aus Gelegen öffneten, die sie wegwerfen wollten, nur um zu sehen, dass sich in ihnen lebende Küken befanden, vielleicht gerade im Schlüpfen begriffen…. Niemals sollte man eingreifen, ehe der Schlüpftermin des zuletzt gelegten Eies um einen Woche überschritten ist. Danach wird sich beim Öffnen der Schale Zeigen, in welchem Alter der Embryo starb. Erscheint die Eischale dunkel, wolkig gefärbt, wurde es faulig; der Embryo starb in diesem Fall bald nach Brutbeginn. Mache Weibchen setzen die Bebrütung überfälliger Eier noch lange Zeit fort, während andere offenbar instinktiv wissen, wann sie schlüpfen sollen und die Eier zerbrechen, wenn dies nicht zum richtigen Zeitpunkt geschieht.
Ursachen für unbefruchtete Eier: Dass die Eier nicht befruchtet sind, kann unter anderem folgende Ursachen haben: unfruchtbare Vögel, schlechte Nahrung, zu junge Vögel, nicht gleichzeitig in Brutstimmung sein, nicht passende Paare, oder ein zu aggressives Männchen. Weil das Weibchen zuviel Zeit in der Nisthöhle verbracht hatte oder, bei Arten mit schwacher Paarbindung, die Brutstimmung des Hahnes zu gering war, um seine furcht vor der Henne zu überwinden, neu Verpaarungen oder um Verpaarungen, andere oder neue Voliere, neuer Besitzer andre Umgebung andres Futter. Die Eier können auch trotz Kopulation unbefruchtet sein, wenn sich die Vögel in schlechter körperlicher Verfassung befanden, erkranken. Eine weitere Ursache kann ein Lipom (Fettgschwulst) sein, das häufig in der Analgegend auftritt und eine erfolgreiche Kopulation verhindert. Oft wird vermutet, dass unsichere Sitzäste einen erfolgreichem Trettakt verhindern; eigentlich suchen sich die Vögel aber eine stabile Unterlage, und manche kopulieren am Boden oder sogar in der Nistkasten je nach Vogelarten.
Legenot: Ein Weibchen, das kurz vor der Eiablage steht, die Nisthöhle aber verlässt und für längere Zeit mit gesträubtem Gefieder herumsitzt, leidet fast mit Sicherheit an Legenot. Das erfordert unverzügliches Eingreifen, denn wenn das Ei nicht innerhalb weniger Stunden ausgeschieden kann, stirbt der Vogel. Größte Vorsicht ist beim Fang derartiger Vögel geboten; anstelle des Fangnetzes verwendet man am besten ein dickes Handtuch. Behandelt man ein solches Weibchen zu groß, kann das Ei in seinem Körper zerbrechen, was unweigerlich zum Tod des Vogels führt. Das an Legenot leidende Weibchen kommt in einen kleinen Käfig oder Krankenkäfig unter eine Infarotlampe und durch das Einfetten der Kloake mit Öl zu beheben.
Aufbau eines Hühnereies http://www.eier.de/Seiten/Ei/ei_aufbau.htm
Wie aus dem Ei http://www.zoo-augsburg.de/server2/content/die-tiere_infotafeln-tafel-05.htm