Platycercus e. cecilae (Mathews 1911)
engl.
Golden-Mantled Rosella
I.
Allgemeines
Prachtrosella sind durch ihre farbenprächtige Gefiederfärbung auffallende Großsittiche. Sie sind nicht nur für den Anfänger Einstiegsvögel in die Großsittichzucht, sondern auch für den engagierten Züchter ein „lohnendes Objekt“ in Bezug auf die Gestaltung und Farbqualität der Vögel.
Er gehört zur
Gattung der eigentlichen Plattschweifsittiche
(Platycercus), die sich in acht
Arten und fünfzehn Unterarten aufteilt. Die sich wiederum in drei Gruppen
aufteilen, die Blauwangige, die Weiß - und die Gelbwangige, welche nur von
einer Art besetzt ist. Das
primäre Erkennungsmerkmal der Gattung Platycercus ist die auffällige
"Schuppenzeichnung oder Säumung" des Rückens sowie die farblich
gekennzeichnete Wangenregion. Die Heimat dieser farbenfrohen Vögel ist
Australien. Dort tritt er in drei Unterarten auf. Davon sind zwei Unterarten,
der Rosellasittich (Platycercus eximius
eximius), die grüne Rosella-Art und die gelbe “Prachtrosella-Art” (Gelbmantelrosella)
bei uns gut vertreten und werden leider auch untereinander verpaart. Dieses
geschieht auch in freier Wildbahn, in den Gegenden, in denen sich die
Verbreitungsgebiete kreuzen. Das gibt es nicht nur bei den Rosellas,
sondern auch gelegentlich bei allen Platycercus-Arten untereinander, und zwar
dort wo die Verbreitungsgebiete sich berühren oder überschneiden. Die Züchtung
dieser Kreuzungen sollte jedoch kein Zuchtziel sein, wenn sie auch Ausdruck
der nahen Verwandschaft sind. Der Rosella ist neben dem Pennantsittich die
zweite Spezies (Art) in der Gruppe
der Platycercus. Von den
weißwangigen Arten ist er die modernste, aber auch anpassungsfähigste Form.
Bei der weißwangigen Gruppe gibt es kein ausgeprägtes Jugendgefieder, sondern
die Jungvögel sind lediglich eine mattere Ausgabe der Altvögel.
II. Verbreitungsgebiet – Allgemein
Prachtrosella leben in tropischen Wäldern, des weiteren in Graslandsavannen mit Baumbestand und Anbaugebieten mit Restwaldbeständen, auch Obstplantagen, Parkanlagen und Gärten. Er bevorzugt tiefer gelegene Regionen und steigt selten bis 1200 m Höhe auf. Mit der dichteren Besiedlung Ostausstraliens haben sie sich eng an den Menschen angeschlossen und sind die ausgesprochenen Kulturfolger unter allen australischen Sittichen geworden.
III. Rosellasittich-Verbreitungsgebiet
Zentrales und südliches Neusüdwales (dort existiert ein Vermischungsgebiet mit dem Prachtrosella) über Victoria bis südöstliches Südaustralien; auf der Nordinsel Neuseelands eingebürgert es existiert eine kleine aber wachsende Population. . Größe ca. 30 - 32 cm.
IV.
Prachtrosella-Verbreitungsgebiet
Südöstliches Queensland und nordöstliches Neusüdwales, Australien; im Hunter River Valley Mischzone mit Rosellasittich. Um so feuchtere Klimagebiete sie bewohnen, um so stärkere Melaninausbildung zeigen sie. Die grüne Farbe der Vogelfeder wird mit wenigen Ausnahmen nicht von einem eigenen Farbstoff, sondern durch die Überlagerung blau und gelbreflektierender Zellen erzielt. Blau wiederum entsteht durch schwarzes Melanin, dem lichtbrechende Strukturen vorgelagert sind, unter gleichzeitigem Ausfall des gelben Fettfarbstoffes.
V. Tasmanische-Rosella-Verbreitungsgebiet
Verbreitung: Insel Tasmanien, ohne westlichen Küstenstreifen. Die dritte Unterart, der Tasmanische-Rosella (Platycercus eximius diemenensis) tritt nicht so häufig auf. Er ähnelt der Nominatform und unterscheidet sich von den anderen durch ein dunkleres Rot und einen deutlich größeren Wangenfleck, dass rot auf der Brust weiter ausgebreitet Größe ca. 32 - 34 cm; Gewicht: 90-125 Gramm. Die Weibchen mit denselben Unterschiede wie bei der Nominatform; Gewicht: 87-123 Gramm. Sein vorkommen auf Tasmanien ist er auch recht häufig, jedoch erreicht er nicht eine so starke Populationsdichte wie die Nominatform in einigen Gebieten auf dem australischen Festlandsockel. Die klimatischen Verhältnisse (kühl und feucht) Tasmaniens werden hier sicherlich Einfluß nehmen. Er ist nur in den landwirtschaftlich genutzten Regionen präsent und trockene Waldgebiete; die feuchten Waldgebiete werden von ihm gemieden. Im Herbst und Winter wenn die Nahrung knapp wird bildet er größere Schwärme mit dem Gelbbauchsittich (Platycerrus caledonicus) und geht gemeinsam auf Nahrungssuche. Der Gelbbauchsittich bevorzugt während der restlichen Jahreszeit feuchte Gebiete, seine Heimat ist ebenfalls Tasmanien.
VI. Brutverhalten der freilebenden Prachtrosella
In Bezug auf die Gestaltung der Nisthöhle sind Rosellas wenig anspruchsvoll, was durchaus auch als ideale Anpassung an den Lebensraum betrachtet werden kann. Nester werden in der Regel in Stamm- und Asthöhlen von Bäumen angelegt, aber auch in Bruthöhlen von Bienenfressern, auch in Uferhöhlen befinden sich Nester. Löcher und Höhlen in ausgefaulten Weidezäunen können ebenso als Nistpläze angenommen werden wie Spalten und Löcher in landwirtschaftlichen Gebäuden. Selbst in verlassenen Kaninchenbauten, also in Erdlöchern fand man Rosellanester, jedoch bevorzugt werden Eukalyptusbäume. Im Frühjahr lösen sich die Rosellaverbände auf und schreiten zur Paarbildung. Ab diesem Zeitpunkt besetzen die Vögel paarweise ihr eigenes Revier, welches gegenüber Artgleichen verteidigt wird. Brutsaison ab August bis Februar, ausnahmsweise auch bis April und Mai. welches gegenüber Artgleichen verteidigt wird. Die Männchen sind für die richtige Nisthöhle verantwortlich. Sie zeigen ihrem Weibchen die vorgesehene Brutstätte. Bereits wenige Tage später kommt es zur Eiablage. Das Weibchen legt 4 bis 9 weiße Eier, in der Regel umfaßt das Gelege 5 Eier. Während das Weibchen alleine brütet, hält sich das Männchen in der Umgebung des Nestes auf. Sie verläßt das Nest nur zwei- bis dreimal täglich, um mit dem Männchen auf Nahrungssuche zu gehen, oder von diesem gefüttert zu werden. Nach einer Brutdauer von 18-20 Tagen schlüpfen die Jungen. Im Alter von 35 Tagen verlassen sie das Nest, werden aber von den Eltern noch einige Zeit gefüttert.
Wenige Wochen nach dem Ausfliegen sammeln sich die Jungschwärme und ziehen umher wie Nomaden, denn die Zuchtpaare sind eigentlich seßhaft, nur örtlich bedingte Wanderungen im Winter. Somit dehnen sie ihr Verbreitungsgebiet immer mehr aus, auch zum Norden Australiens in das Gebiet des Blaßkopfrosellas. Im Überschneidungsgebiet mit dem Blaßkopfrosella (Platycercus a. palliceps) kommt es ständig zu Vermischungen beider Arten. Außerhalb der Brutzeit leben beide Arten dicht beisammen, und so kommt es bereits hier zu Paarbindungen. Durch die vielen gemeinsamen Verhaltensweisen beider Arten, werden die Artschranken übersprungen. So kommt es, daß die Vögel auch zu Beginn der Brutzeit zusammen bleiben und sich fortpflanzen. Anscheinend gibt es in einigen Gebieten nur Mischlingspopulationen.
Außerhalb der Brutzeit vereinigen sie sich zu größeren Gruppen, mitunter gemeinsam mit den Singsittichen, Blaßkopfrosella, gelegentlich auch mit den Pennantsittichen. Zwischen den Männchen kommt es des öfteren zu heftigen Auseinandersetzungen. Einen Großteil des Tages verbringen die Prachtrosellas mit der Nahrungssuche. Nur zur besonders heißen Mittagszeit ziehen sie sich in das Laub der Bäume zurück, um dort zu ruhen.
Die Nahrung der freilebenden Rosellas besteht hauptsächlich aus Grassamen, Samen von Büschen und Bäumen, vor allem Eukalyptus- und Akazienbäumen, daneben auch Früchte und Obst, verschiedene Arten von Getreide, je nach Anbaugebiet, gemüseartige Pflanzen, Beeren, Knospen, Nüsse, Blüten, Nektar, Insekten und deren Larven. Gelegentlich richten sie in Obstplantagen und Getreideanbaugebieten Schaden an.
Hahn: Stirn, Oberkopf, hinterer Oberkopf, Kehle und Brust und Unterschwanzdecken leuchtend rot, Wangenfleck weiß; Bauch gelb, Unterbauch in ein stumpfes Schilfgrün übergehend, die Federn Bauch und Unterbauch mit feiner dunkler Säumung; Nacken und Rücken schwarz mit gelbgrünen Säumen; Schulterfleck länglich Schwarz; innere mittlere Flügeldecken schwarz; Flügelbug, äußere mittlere Flügeldecken blauviolett; Armdecken blassblau; Armschwingen, Außenfahnen im Basisbereich der Handschwingen und Unterflügeldecken blau, Unterrücken, Bürzel und Oberschwanzdecken blassgrün mit feiner dunkler Säumung; mittlere Schwanzfedern oberseits dunkelgrün mit schmaler dunkelblauer Säumung; die äußeren Schwanzfedern blassblau mit dunkelblauer Basis und blasser Spitze; Schwanzunterseite blassbläulich, Schnabel hellgräulich-hornfarbig; Augen (Iris) dunkelbraun; Augenring grau bis dunkelgrau (unbefiedert); Füße grau; Krallen anthrazit; Bei Schlanker, jedoch kräftiger Geschalt ist die Haltung aufrecht zwischen 55-60 Grad. Kopf des Hahnes flach gewölbt mit fließendem Übergang zur gerade verlaufen Rücken- / Schwanzlinie, die frei von Knick oder Buckel sein soll. Flügel anliegend, das Bürzelgefieder verdeckend, etwa 4 cm über das beginnende Schwanzgefieder reichend, ohne sich zu Kreuzen. Der Unterflügelstreifen fehlt; Größe: ca. 30-32 cm; Gewicht: 90 - 120 Gramm
Henne: durchschnittlich kleiner und mit matterem Rot; das Rot auf dem Kopf und der oberen Brust ist jedoch blasser und weniger ausgedehnt; Nacken-, Vorderrücken- und Schirmfedern sind mattgrün gesäumt; bei den Weibchen ist ein weißlicher Unterflügelstreifen vorhanden. Der Kopf der Henne ist kleiner und runter, der Oberschnabel an der Basis schmaler als beim Hahn.Gewicht: 85 – 120 Gramm.
Jungtiere: ähnlich wie Weibchen aber mit matterem Gefiederfärbung; hinterer Scheitelbereich und Nacken sind nicht rot sondern grün gefärbt; besonders auf dem Bürzel und den Oberschwanzdecken; mittlere Schwanzfedern oberseits mattgrün mit wenig oder gar keinem Blau an den Rändern; heller Unterflügelstreifen bei beiden Geschlechtern vorhanden; Umfärbung mit 18 Monaten abgeschlossen. Die Hähne verlieren den Unterflügelstreifen wenn sie in Geschlechtsreife kommen.
VII b. Beschreibung des Prachtrosellas
Hahn: Stirn, Oberkopf, hinterer Oberkopf intensivrot und dunkler als beim P. e. eximius, Nacken schwarz mit intensiven gelben Säumen (möglichst erkennbare Nackenbinde); Schulterfedern und Rücken schwarz mit intensiv gelben Säumen, oder breiten leuchtend goldgelben Säumen, Unterrücken gelb, Bürzel sollte nicht nur stumpf schilffarbig sein, sondern bläulich-silbern-schilfgrün-gelb schillern, Oberschwanzdecken bläulich grün; Oberschwanzfedern olivegrün mit dunkelblauer Säumung zur Spitze dunkelblau auslaufend, der Schwanz stufenförmig ausgebildet, die vier mittleren Schwanzfedern gleich lang, am Ende abgerundet. Schulterfleck schwarz, Wangenfleck reinweiß, Kehle und Brust intensivrot oder kräftig scharlachrot möglichst von Flügelbug zu Flügelbug reichend. Erstreckt sich sichelförmig über die gesamte Brustbreit und soll scharf und gleichmäßig gegen über dem Bauch abgegrenzt sein. Der Bauch intensivgelb oder goldgelb, das gelbe des Bauches sollte möglichst bis an die Beine gehen, Unterbauch bläulich grün, Unterschwanzdecken rot, Unterschwansfedern hellblau weiß auslaufend, Flügelbug blau, Flügeldecken (innere/schwarz aussen - gelbgrün gesäumt) (äussere /dunkelblau ), Armschwingen kobaltblau, Handschwingen schwarzgrau, Außenfahnen der Handschwingen dunkelblau, Schnabel hornfarbig grau, Füße dunkelgrau, Krallen anthrazit, Augen dunkelbraun, Augenring grau. Größe: 34 cm; die Gesamtlänge wird vom Scheitel bis zur Schwanzspitze gemessen. Gewicht: 95 - 130 g. Die Männchen kräftiger gefärbt als die Hennen, doch ist dies kein verlässlicher Geschlechtsunterschied und der Unterflügelstreifen fehlt.
Henne: Entspricht in Farbe und Zeichnung weitgehend dem Hahn, jedoch darf die Farbe etwas matter sein, Meistens etwas kleiner, und die Wangen sind nicht so reinweiß wie beim Hahn. Das Rot an den Halsseiten und Hinterkopf bereits früher in das Rücken- bzw. Nackengefieder übergehend, es gibt jedoch Hennen die im Rot und Gelb so farbintensiv sind wie die Hähne. Ausgewachsene Hennen haben einige kleine, hellere Federn um die Augen, was bei ausgefärbten Hähnen nie vorkommt. Die Kopfwölbung über dem Schnabelansatz verläuft wesentlich kleiner und runder als beim Hahn. Die Weibchen behalten den hellen Unterflügelstreifen. Gewicht: 83-110 g.
Jungvögel: Ähneln der Henne, aber mit matterem Gefieder, viele junge Hähne zeigen bereits eine breite gelbe Rückenzeichnung, hinterer Scheitelbereich und Nacken mit gelb durchsetzt, heller Unterflügelstreifen bei beiden Geschlechtern vorhanden und sichtbar ist er wenn die Federn ausgebildet sind. Umfärbung mit ca. 15 Monaten abgeschlossen. Bei der Geschlechtsbestimmung der Jungvögel lässt man sich am besten von der Kopf- und Schnabelform leiten. Die Bestimmung fällt relativ leicht, wenn sich mehrere Jungvögel im Nest befinden und man vergleichen kann oder in der Voliere wenn sie nebeneinander auf einer Sitzstange. Die Hähne verlieren den Unterflügelstreifen wenn sie in Geschlechtsreife kommen.
VIII. Haltung
Die beste Unterbringung stellt die Freivoliere mit anschließendem Schutzraum dar. In einer derartigen Voliere überstehen die Prachtrosellas unsere milden Winter ohne starkes Heizen. Die Vögel brauchen Sonne, Wind und Wetter um sich richtig entwickeln zu können. Hält man mehrere Plattschweifsittiche nebeneinander, so sollte man unbedingt auf eine doppelwandige Verdrahtung der Voliere achten, da es sonst leicht durch Beißereien zu schweren Zehenverletzungen kommen kann. Es empfiehlt sich Prachtrosellas paarweise in einer Voliere zu halten, da diese auf andere Artgenossen aggressiv reagieren. Die Jungvögel und die Einjährigen fliegen bei mir in einer großen Gemeinschaftsvoliere, wo es selten Streitereien gibt. Zum Herbst verlassen die überjährigen Vögel diese Voliere und werden mit ihren Partnern in eine eigene Voliere umgesetzt. Prachtrosellas sind bewegungsaktiv, zutraulich, gute Flieger und nagen gern an Obstbaum- und Weidenzweigen. Die Rinde der Zweige ist reich an Mineralstoffen und Spurenelementen. Ferner können die Vögel an den Zweigen ihre starken Schnäbel betätigen und damit pflegen. Deswegen empfiehlt es sich, Zweige in einer Voliere anzubringen, da sie auch gerne klettern. Die Sitzstangen sollten in verschiedenen Stärken aus Naturholz vorhanden sein. In meinen Volieren sind nicht nur Sitzstangen und Zweige, sondern auch abgestorbene, dicke Äste oder Baumwurzeln. Die Vögel sind damit immer beschäftigt, die Äste bzw. Baumwurzeln zu zerlegen und pflegen somit ihre Schnäbel und Krallen. Dies habe ich bei einem Schauwellensittichzüchter gesehen, als ich 1984 mit der Wellensittich- und Großsittichzucht anfing, besuchte ich ihn in dieser Zeit öfter. Ich habe dieses bei meinen Vögeln auch ausprobiert und praktiziere es auch heute noch. Pachtrosellas kommen oft auf den Boden, sind sehr geschickte Läufer, scharren im Sand und baden gern. Zur Einrichtung des Geheges gehört unbedingt eine flache Wasserschale als Badegelegenheit. Über der Futter- und Wasserstelle darf keine Sitzstange oder andere Sitzgelegenheit angebracht sein, da sonst der Kot in diese Gefäße fällt und den Inhalt verunreinigt. Da die Sittiche für Infektionen und Würmer anfällig sind, sollte man 2x jährlich eine Wurmkur durchführen.
IX.
Ernährung
Das Futter meiner Plattschweifsittiche besteht aus
1. Großsittichfuttermischung
Glanz- Kanariensaat, Haferkerne, Hanfsaat, Platahirse, Japanhirse, Kardisaat, Silberhirse, Buchweizen, Paddyreis, Negersaat, Milo, Leinsaat, gestreifte Sonnenblumenkerne 3%, Unkrautsämereien Waldvogelfutter und Wildgrassamen, Kolbenhirse, Hafer
Da gekeimte Sämereien wertvoller als trockene sind, sollten sie auch im gequollenen oder gekeimten Zustand angeboten werden. Nach neuesten Erkenntnissen sollte das Quellfutter nicht länger als 6 Stunden im Wasser sein dabei mehrmals gespült werden.
2. Keimfutter
Taubenfutter für kleinere Arten mit verschiedenen Sämereien, Wellensittich-keimfutter, Papageienquellfutter, Hafer, und Sonnenblumenkernen. Es sollte nur darauf geachtet werden, dass diese Futtermittel während des Quell- und Keimvorgangs nicht säuern und häufig spülen.
3. Eifutter
Gut bewährt hat sich ein handelsübliches Aufzucht- bzw. Eifutter der Firmen CEDE für Papageien und Sittiche oder Orlux für Sittiche und Papageien sowie Wittemolen, dazu gebe ich Hüttenkäse, Zwieback, Hafenflocken, hartgekochte
Eier, geriebne Möhren, ein paar Tropfen Olivenöl alle gemischt mit Matzinger Bio Hundeflockenfutter mit Gemüse,.
Spurenelemente und Vitamine mische ich mit ins Keimfutter oder Eifutter
4. Obst und Gemüse
Verschiedene Obst- und Gemüsesorten, vor allem jedoch Karotten und Äpfel, Vogelmiere, Mangold, Löwenzahn, Petersilie, Ebereschenbeeren, Hagebutten, Apfelsinen, Bananen, Weintrauben, Birnen, Brennnesselblätter, Rote Beete Paprika Vogelknöterich, Gartenkresse. Bedenken sollte man, dass nur kleine Tagesportionen angeboten werden und Abwechslung auf dem Speiseplan gewährleistet ist, nach dem Motto „Mäßig aber Regelmäßig“. Knospende Zweige von Obstbäumen, Birken, Buchen, Weiden und andere Laubbäume sind besonders begehrt. Des weiteren bekommen meine Plattschweifsittiche Grit, Vogelkalk, Mineralstoffe, Jodkalkstein, Taubensteine, Sepiagrit und Kieselsteine 1-2 mm, Aminosäuren, Spurenelemente und Vitamine
X. Zucht
Im März oder April, wenn uns die ersten warmen Tage beschert werden, beginnt der Prachtrosella mit der Balz. Der Hahn sitzt auf einer Sitzstange neben der Henne mit nach vorne gestoßenen und leicht geöffneten Flügeln, die Brustfedern gesträubt, der Kopf aufgerichtet und nach hinten oder zur Seite geneigt, wippt er mit dem gefächertem Schwanz. Dabei ertönt ein unablässiges Geschnatter und sein Balzruf Tatü - Tatü. Er balzt auch auf dem Erdboden und vor dem Nistkasten. Damit lockt er sein Weibchen herbei. In der Auswahl der Nistkästen sind die Tiere nicht sehr wählerisch. Man kann diese Kästen ohne weiteres selbst herstellen. Ich verwende rechteckige Nistkästen (Außenmaße Breite 28 cm, Tiefe 24 cm, Höhe 65 cm; Innenmaße Breite 24 cm, Tiefe 20 cm, Höhe 61 cm, Einflugloch 8 cm)). Die Nistmulden sind bei mir auswechselbar. Dies hat sich sehr gut bewährt. Seit einigen Jahren benuten nicht nur Wellensittichzüchter sondern auch Großsittichzüchter Nistmulden aus Kunststoff, diese sind hervorragend zu reinigen und zu desinfizieren. Bei Nistkästen ohne Nistmulde kann es passieren, dass die Henne die Eier im ganzen Kasten verteilt, durch die Nistmulde wird ein auseinanderrollen des Geleges verhindert. Als Kletterhilfe zum Auf- und Abstieg an der glatten Nistkastenwand dient ein grobes Drahtgeflecht ohne scharfe Kanten. Eine andere Möglichkeit ist sechseckig (Höhe 70 cm, Innendurchmesser 25 cm, und das Einflugloch hat einen Durchmesser von 8 cm) Natürlich sollte alles aus Naturholz sein. Man kann auch ausgehöhlte Baumstämme mit 24 cm Innendurchmesser und 50-60 cm Tiefe verwenden. Auch mit Einflugloch von 8 cm Durchmesser, darunter befindet sich eine etwa 10 cm lange Anflugstange. Diese ist nicht unbedingt nötig, erleichtert den Vögeln aber später das Füttern der Jungen von außen. Den Boden des Nistkastens fülle ich mit Hobelspänen/Hamsterstreu oder Buchenholzgranulat auf, weil es so einfach sauber zu halten ist und meine Vögel sie sehr gut annehmen. Außerdem nehmen sie gut die Feuchtigkeit des Kotes auf, wodurch die Füße und Ringe der Jungtiere sauber bleiben. In manchen Zuchtberichten verwenden die Züchter Sägemehl, dieses ist jedoch fein, staubig, und kann sich somit in den Augen und Atemwegen der Jungen festsetzen und zu Entzündungen führen. Der Luftfeuchtigkeit im Niststamm muss in der Regel nicht allzu große Aufmerksamkeit geschenkt werden, denn die Zuchthennen regeln das selber über das tägliche Baden. In der Balzzeit ist der Prachtrosella ein sehr lebhafter Vogel, und man sollte in dieser Zeit seine Paare sehr gut beobachten, da manche Hähne gegenüber ihren Hennen aggressiv werden können. Solche Hähne sollten nicht zur Zucht angesetzt werden. Bereits vor der Eiablage bettelt die Henne beim Hahn um Nahrung und wird auch regelmäßig gefüttert. Kurze Zeit später liegt meistens das erste Ei im Nistkasten. (Ein erfahrener Züchter sieht dies bereits einige Tage vorher an der unnatürlich gewölbten Rückenlinie des Weibchens.) Diesem folgt dann jeden 2. Tag ein weiteres Ei. Am 5. Tag kann man im Ei rote Adern erkennen, die auf eine Befruchtung hinweisen, nachdem die Henne sich gesetzt hat. Nach gut einer Woche verfärbt sich das befruchtete Ei schwärzlich, die nicht befruchteten Eier bleiben hell. Ich habe festgestellt, dass meine Zuchtweibchen sich erst ab dem 5. Tag setzen. So kommen die Jungen auch zusammen an einem Tag aus ihren Eiern heraus. Durchschnittlich besteht ein Gelege aus 6 Eiern, es kann aber auch auf stattliche 10 Eier ansteigen. Während die Henne die Eier bebrütet, wird es regelmäßig vom Hahn gefüttert. Nach einer Brutzeit von 19 Tagen erblicken die Jungen das Licht der Welt, sie öffnen die Eischale mit ihrem Eizahn. Den Eizahn verlieren die Jungtiere im Alter von ca. 1 Woche. An den ersten Lebenstagen der jungen Prachtrosellas kommt die Henne fast überhaupt nicht aus dem Nistkasten heraus nur zum abkoten. Was ihr der Hahn an Futter gibt, verfüttert sie an die Jungen weiter. Sie würgt das Futter aus dem Kropf hoch und pumpt es in die Schnäbel der Kleinen. Wichtig für das Gedeihen der Jungen ist ein Sekret das sich im Kropf der Eltern bildet und sehr eiweißhaltig ist. Kräftige Jungvögel kann man nur erzielen, wenn die Altvögel optimal ernährt sind und diese ihre Jungen gerade in den ersten Lebenswochen ausreichend mit Nahrung versorgen. Geschieht dieses nicht, so holen die jungen Prachtrosellas in bezug auf Größe nicht mehr auf. Zwischen dem 7. und 10. Tag, je nach Wachstumsfortschritt, werden die jungen Prachtrosellas bei mir mit geschlossenen AZ-AGZ-Ringen 5,5 mm beringt. Der Ring ist zuerst über die drei längeren Zehen und danach über die vierte kleinere zu streifen. Notfalls muß die vierte Zehe mit einem spitzen Gegenstand (Zahnstocher oder angespitztes Streichholz) durch den Ring gezogen werden. Es darf kein Ring mit Gewalt übergezogen werden, da eine bleibende Fußverletzung nicht ausgeschlossen werden kann. Ich mache regelmäßig Nistkastenkontrollen und nehme die jungen Prachtrosellas in die Hand oder heraus, um zu überprüfen ob sie gut gefüttert werden und damit sie keine Angst haben, wenn sie den Nistkasten verlassen. Somit werden sie von klein an recht zutraulich. Die Zurchtpaare gewöhnen sich schnell daran und akzeptieren die Kontrollen. Wenn die Jungen erst 10 Tage und älter sind, geht der Hahn auch in den Nistkasten und füttert direkt. In den ersten Lebenstagen haben alle jungen Plattschweifsittiche einen weißen Flaum. In diesem Alter öffnen die Jungen ihre Augen, und man erkennt die ersten Federkiele. Der Hahn füttert immer eifriger, und wenn die Jungen mit etwa 35 Tagen das Nest verlassen, hat er diese Pflicht fast ausschließlich übernommen. Denn kurze Zeit später können bereits wieder Eier im Nest liegen, weil eine zweite Brut keine Seltenheit ist. Die jungen Prachtrosellas werden von ihrem Vater weitergefüttert, bis sie mit etwa 14 Tagen nach dem Ausfliegen selbständig sind. In den ersten Tagen sind sie beim Fliegen noch recht unbeholfen, man sollte in der Zeit das Volierenende mit Zweigen dekorieren, um Verletzungen zu vermeiden. Da oft schon die Jungen im Nest mit Würmern infiziert werden, empfiehlt es sich, in dieser Zeit eine Wurmkur durchzuführen, denn sie entwickeln sich dann besser. Gute 4 Wochen nach Verlassen des Nistkastens trenne ich die Jungen von den Eltern, außer wenn keine Brut mehr folgt und der Hahn seinen Nachwuchs länger duldet, lasse ich die jungen Prachtrosella weiterhin bei den Altvögeln. Nach Beendigung der Brutzeit nehme ich den Nistkasten/Naturstamm heraus. Ich habe festgestellt, daß, wenn man mehrere Paare einer Art hält, diese aber nicht direkt in nebeneinander liegenden oder gegenüberliegenden Volieren gehalten werden sollte (z.B. Prachtrosella, Pennantsittiche oder Adelaidesittiche) sich dieses auf die Zucht stimmulierend auswirkt. Denn gerade in der Balz heizen sich die Hähne durch ihren Gesang oder Flöten gegenseitig an. Ein weiterer Vorteil der Zucht mit mehreren Paaren einer Art oder Unterart liegt darin, daß man Jungtiere die von ihren Eltern nicht versorgt werden anderen Paaren unterlegen kann. Daß das Umlegen der Jungtiere nur in Ausnahmefällen geschehen soll dürfte als selbstverständlich angesehen werden. Ein weiterer Vorteil der Zucht mit mehreren Paaren ist, daß man selbst blutsfremde Paare aus seinen Jungtieren zusammenstellen kann. Bei allen meinen Zuchtpaaren hängen zwei Nistkästen. Einer ist ein Naturstamm, der zweite ist ein selbst hergestellter sechseckiger Nistkasten. Im Juni 1993 zog mein 87er Zuchtpaar seine Jungen im Naturstamm groß. Alles verlief glatt, bis die Henne eine Woche vor dem Ausfliegen der Jungen diese auf dem Rücken zu rupfen begann. Der Schreck war groß, und ich mußte sofort reagieren. Abhilfe verschaffte das Anbringen eines zweiten Nistkastens, denn so hatte die Henne Platz für die zweite Brut, und das Rupfen war vorbei. Der Zuchthahn zog die Jungen der ersten Brut weiter auf und versorgte diese auch nach dem Ausfliegen vorbildlich. Dieses Beispiel zeigt, daß man stets zwei Kästen aufhängen sollte, auch wenn einige Züchter dieses für unnötig erachten. Viele erste Bruten würden unversehrt den Nistkasten verlassen, wenn man diesen Tip beherzigen würde. Außerdem suchen sich erstmals brütende Paare gerne ihren Nistkasten aus, was meines Erachtens für eine erfolgreiche Brut nicht unerheblich ist. Rosellas züchten bereits im ersten Jahr erfolgreich. Man sollte jedoch nur solche Vögel zur Zucht ansetzten, die voll in Kondition sind. Vögel die nicht vollfleischig und fit sind, oder die mausern, gehören auf die Reservebank fürs nächste Zuchtjahr.
Leider züchten immer weniger diese farbenfrohen Vögel. Meiner Ansicht nach ist der Prachtrosella einer der schönsten Sittiche, und Sätze, die ich schon mehrfach gehört oder gelesen habe -- die Voliere ist mir für diese Vögel einfach zu schade -- sind mir unbegreiflich. Ich hoffe, daß der Prachtrosella wieder einmal zu den beliebtesten und meistgehaltenen Volierenbewohnern wird und somit an alte erfolgreiche Zeiten anknüpfen kann.
In den letzten Jahren tauchen immer mehr Mutationen der Rosellas, in der jeweiligen Farbkombination auf, wie z.B. Opalin, Zimt, Lutino, Dilute, Dilute Belgisch Pastell, Blau, Aqua, Melanistisch, Rez. Schecken, Dom. Schecken, Opalin-Lutino, Opalin-Lutino-Dilute, Opalin-Zimt, Opalin-Zimt-Dilute, Opalin Blau, Opalin-Zimt-Dom.Schecke, Opalin-Dom.Schecke, Opalin-Zimt-Dilute-Dom.Schecke, Zimt-Dilute-Dom.Schecke, Zimt Dilute, Melanistisch Opalin, Opalin-Albino, Albino, Aqua Ino, Melanistisch Zimt, Melanistisch Ino, Zimt-Ino, Dom.Schecke Dilute, Opalin Zimt Lutino. Auch in freier Wildbahn sah man in den vergangenen Jahren vereinzelte Mutationsformen und Farbvarianten beim Rosella, welche sich in freier Natur aber nicht erhalten, da sie einem höheren Feinddruck unterliegen oder durch die meist rezessive Vererbung schnell wieder verschwinden.
Ich finde die Wildfarbigen am schönsten, und es gibt ein großes Betätigungsfeld für den engagierten Züchter in Bezug auf Größe und Farbqualität. Außerdem sind gute wildfarbige Tiere stets die besten Partner in den Mutationszuchten.
Mutationszucht wird seit jeher Kontrovers diskutiert. Es gibt Züchter, die Farbspielarten, die nicht in der Natur vorkommen, kategorisch ablehnen, und solche, die sich an möglichen Farbenspiel erfreuen können. Beide Gruppen haben ihre eigenen Argumente, und man sollte sich gegenseitig respektieren. Wenn Mutationen in Misskredit kommen, liegt es immer an rücksichtslosen "Züchtern", die verantwortungslos mit dem Zuchtmaterial umgehen. Doch das wäre ein Thema für einen gesonderten Artikel in den AZN. Jeder Züchter, der etwas auf sich hält, sollte sich stets kräftige, blutsfremde Tiere beschaffen, bevor er mit der Verpaarung beginnt. Auf Nachschub aus der Natur können wir leider nicht hoffen, denn die Ausfuhr von Vögeln aus Australien ist seit 1960 per Gesetz strengstens verboten.
Siegfried Wiek, AZ-Nr. 24174, DKB-Nr. 23099038
IG-Sprecher der AZ-AGZ-IG Plattschweifsittiche
Literatur: Arndt, Thomas (1992); Lexikon der Papageien, Band 1-8
Hoppe, Dieter, Fachzeitschrift: Die Voliere/Heft Nr. 6/1986 –
Biologie und Pflege der Plattschweifsittiche/Rosellasittiche