I. Allgemeines
Der Strohsittich gehört zur Gattung der Platycercus, die sich in acht Arten bzw. in fünfzehn Unterarten aufteilt, die untereinander sehr nah verwandt sind. Hierbei unterscheidet man drei Gruppen, die Blau-, Weiß- und Gelbwangigen, wobei letztere nur von einer Art besetzt ist. Das primäre Erkennungsmerkmal der Gattung Platycercus ist die auffällige „Schuppenzeichnung“ oder ein schwarzes Mittelfeld aufweisen, umgeben von einem roten, gelben oder grünen Saum, sowie die farblich gekennzeichnete Wangenregion, die vier gleichlange mittlere Schwanzfedern, abgestufte Außenfedern.
II. Verbreitungsgebiet allgemein
Südost-Australien, südliches Neusüdwales, nördliches Victoria
Die Brutsaison erstreckt sich von Oktober bis Februar. Im Frühling und Sommer verteilen sich die Brutpaare in den bewaldeten Gebieten und sind nur noch schwer zu beobachten, da sie über eine angepasste Gefiederfärbung verfügen. Ab diesem Zeitpunkt besetzen die Vögel ihr eigenes Revier, welches gegenüber Artgleichen verteidigt wird, was man auch von anderen Plattschweifsittichen kennt. Die Männchen sind für die richtige Nisthöhle verantwortlich. Sie zeigen ihrem Weibchen die vorgesehene Brutstätte. Gebrütet wird meist in Baumhöhlen, holen Ästen von Eukalyptusbäumen oder in Spalten von zerfallenen Gebäuden mit verrotteten Holzstückchen ausgepolstert. Bereits wenige Wochen später kommt es zur Eiablage. Das Gelege umfasst 4 bis 5 Eier. Während das Weibchen alleine brütet hält sich das Männchen in der Umgebung des Nestes auf. Sie verlässt das Nest nur kurz in den frühen Morgenstunden und am späten Nachmittag. Der Hahn füttert in kurzen Abständen seine Henne. Nach einer Brutdauer von 20 Tagen schlüpfen die Jungen. Im Alter von 35 Tagen verlassen sie das Nest, werden aber noch 4 bis 5 Wochen von den Eltern gefüttert. Anschließend sammeln sich Jungtierschwärme und ziehen wie Nomaden umher. Außerhalb der Brutzeit vereinigen sie sich zu größeren Gruppen, auch gelegentlich mit Schildsittichen (Polytelis swainsonii) und Barnardsittichen (Barnardius barnardi). Sein Flug ist kräftig und nicht so wellenförmig wie bei den anderen Platycercus-Vertretern von regelmäßigem Rufen begleitet. Einen Großteil des Tages verbringen die Strohsittiche mit der Nahrungssuche. Die Nahrung der freilebenden Strohsittiche besteht, da sie überwiegend Samenfresser sind, aus Grassamen, Sträuchern und Eukalyptusbäumen. Ihre Speisekarte enthält aber auch Beeren, Früchte, Obst, Blüten, Blätter, Nektar und Insekten mit ihren Larven. Strohsittiche verzehren kultivierte Früchte, oft fallen sie in Apfelplantagen und auf Getreidefeldern ein, wo sie Schäden anrichten.
Die Galeriewälder (mit Eucalyptus camaldulensis-Beständen), sind oft nur unter 100 m breit, entlang der Ufer der Flüsse Darling, Murrumbidgee und Lachlan sowie deren Nebenflüsse; zur Nahrungsaufnahme auch in sich anschließendes Farmland und in Mallee-Vegetation. Strohsittiche haben ein räumlich sehr begrenztes Lebensgebiet, da sie von den Galeriewäldern der Flusssysteme abhängig sind.
V. Beschreibung des Strohsittichs
Hahn: Größe ca. 35 cm; Kräftige Gestalt, aufrechte stolze Haltung. Strohgelbe Farbe, rotes Stirnband, Wangenfleck dunkelblau, Nacken, Rücken und Flügelfedern schwarz mit breiter strohgelber Säumung. Flügelrand blau, Schulterfleck schwarz, Flügelbug kobaltblau, Handschwingen anthrazit, Bürzel strohgelb, Oberschwanzfedern blau mit grünlichem Anflug, Unterschwanzdecken strohgelb, Unterschwanzfedern bläulich zur Spitze weiß auslaufend. Schnabel hornfarbig hellgrau. Augen dunkelbraun, Augenring unbefiedert, dunkelgrau. Füße grau, Krallen anthrazit., Körpermasse: 110 – 140 g
Henne: wie der Hahn jedoch mit kleinerem und schmalerem Schnabelansatz, teilweise mit rot-orangem Anflug; Körpermasse: 98 – 121 g
Jungvögel: Stirnband weniger ausgedehnt und heller orangerot; Körperoberseite matt gelblich oliv mit wenig auffälligem Schuppenmuster auf dem Vorderrücken und den Schirmfedern; innere mittlere Flügeldecken und äußere Armdecken matt gelblich oliv; Unterflügeldecken matt-blau; Körperunterseite mattolivegelb, heller und gelblicher als auf der Kopfoberseite; Unterflügelstreifen vorhanden; einige Juveline sollen mit einem adultähnlichen, aber etwas matterem Gefieder ausfliegen
VI. Haltung
Da diese Art in ihrer Heimat rauen Witterungsbedingungen ausgesetzt ist, gibt es bei der Überwinterung hierzulande selten Probleme. Die beste Unterbringung stellt die Freivoliere mit anschließendem Schutzraum dar. In einer derartigen Voliere überstehen die Strohsittiche unsere milden Winter ohne starkes Heizen. Die Vögel brauchen Sonne, Wind und Wetter um sich richtig entwickeln zu können. Hält man mehrere Plattschweifsittiche nebeneinander, so sollte man unbedingt auf eine doppelwandige Verdrahtung der Voliere achten, da es sonst leicht durch Beißereien zu schweren Zehenverletzungen kommen kann. Es empfiehlt sich Strohsittichs paarweise in einer Voliere zu halten, da diese auf andere Artgenossen aggressiv reagieren. Die Jungvögel und die Einjährigen fliegen bei uns und Zuchtfreunden in einer großen Gemeinschaftsvoliere, wo es selten Streitereien gibt. Zum Herbst verlassen die überjährigen Vögel diese Voliere und werden mit ihren Partnern in eine eigene Voliere umgesetzt. Strohsittichs sind bewegungsaktiv, zutraulich, gute Flieger und nagen gern an Obstbaum- und Weidenzweigen. Die Rinde der Zweige ist reich an Mineralstoffen und Spurenelementen. Ferner können die Vögel an den Zweigen ihre starken Schnäbel betätigen und damit pflegen. Deswegen empfiehlt es sich, Zweige in einer Voliere anzubringen, da sie auch gerne klettern. Die Sitzstangen sollten in verschiedenen Stärken aus Naturholz vorhanden sein. In meinen Volieren sind nicht nur Sitzstangen und Zweige, sondern auch abgestorbene, dicke Äste oder Baumwurzeln. Die Vögel sind damit immer beschäftigt, die Äste bzw. Baumwurzeln zu zerlegen und pflegen somit ihre Schnäbel und Krallen.. Ich habe dieses bei meinen Vögeln auch ausprobiert und praktiziere es auch heute noch. Plattschweifsittiche kommen oft auf den Boden, sind sehr geschickte Läufer, scharren im Sand und baden gern. Zur Einrichtung des Geheges gehört unbedingt eine flache Wasserschale als Badegelegenheit. Über der Futter- und Wasserstelle darf keine Sitzstange oder andere Sitzgelegenheit angebracht sein, da sonst der Kot in diese Gefäße fällt und den Inhalt verunreinigt. Da die Sittiche für Infektionen und Würmer anfällig sind, sollte man 2x jährlich eine Wurmkur durchführen.
Ernährung
Das Futter meiner Plattschweifsittiche besteht aus
1. Großsittichfuttermischung IG - Plattschweifsittich - Spezialmischung
Glanz-Kanariensaat, gelbe Hirse, geschälte Haferkerne, Hanfsaat, Weise Hirse, Japanhirse, Kardisaat, Silberhirse, Buchweizen, Paddyreis, Negersaat, Milo, Leinsamen, gestreifte Sonnenblumenkerne 3%, Grassaat; Unkrautsämereien Waldvogelfutter und Wildgrassamen, Kolbenhirse, Hafer
Da gekeimte Sämereien wertvoller als trockene sind, sollten sie auch im gequollenen oder gekeimten Zustand angeboten werden. Nach neuesten Erkenntnissen sollte das Quellfutter nicht länger als 6 Stunden im Wasser sein dabei mehrmals gespült werden.
2. Keimfutter
Taubenfutter für kleinere Arten mit verschiedenen Sämereien, Wellensittichkeimfutter, Großsittichkeimfutter, Papageienquellfutter, Katjangbohnen, Sonnenblumenkernen, Hafer und Weizen. Es sollte nur darauf geachtet werden, dass diese Futtermittel während des Quell- und Keimvorgangs nicht säuern und häufig spülen.
3. Eifutter
Gut bewährt hat sich ein handelsübliches Aufzucht- bzw. Eifutter der Firmen Beduco N.V. Deli Nature Beyers Belgien BIOVIT für Sittiche und Exoten, Wittemolen feucht gelb für Sittiche und Exoten CEDE für Papageien und Sittiche sowie Orlux für Sittiche und Papageien, dazu gebe ich Hüttenkäse, Zwieback, Hafenflocken, hartgekochtes Ei, geriebne Möhren, ein paar Tropfen Olivenöl alle gemischt mit Matzinger Bio Hundeflockenfutter mit Gemüse,.
Spurenelemente und Vitamine mische ich mit ins Keimfutter oder Eifutter
4. Obst und Gemüse
Verschiedene Obst- und Gemüsesorten, vor allem jedoch Karotten und Äpfel, Vogelmiere, Mangold, Löwenzahn, Petersilie, Ebereschenbeeren, Hagebuttenbeeren, Hunds-Rose o. Hecken-Rose, Runzel-Rose, Schwarzer Holunder, Sanddorn, Apfelsinen, Bananen, Weintrauben, Birnen, Brennnesselblätter, Rote Beete, Paprika, Vogelknöterich, Gartenkresse, verschiedene Gräser. Bedenken sollte man, dass nur kleine Tagesportionen angeboten werden und Abwechslung auf dem Speiseplan gewährleistet ist, nach dem Motto „Mäßig aber Regelmäßig“. Knospende Zweige von Obstbäumen, Birken, Buchen, Weiden Kiefernzweige und andere Laubbäume sind besonders begehrt. Sollten den Vögeln regelmäßig zur Verfügung gestellt werden, denn die Rinde und ihr Holz enthalten sehr viele Mineralien. Des weiteren bekommen meine Plattschweifsittiche Grit, Vogelkalk, Mineralstoffe, Jodkalkstein, Taubensteine (Klaus Grit Stein), Sepiagrit und Kieselsteine 1-2 mm (Aquarium - Kies ), Mineralstoffe sind nicht = Vogelsand mit Sepiagrit wurde ich auch nachgefragt, Aminosäuren, Spurenelemente und Vitamine. Bei unter Versorgung können Mängel auf treten.
VII. Zucht
Eine Grundbedingung in der Strohsittichzucht (das gilt auch für andere Sittiche oder Papageien) ist ein harmonierendes Paar. Dieses erzielt man am ehesten wenn man sein Paar als Jungvögel oder mehrere Jungvögel gemeinsam in eine Voliere einsetzt und sich das Paar selbst finden kann. Im Bezug auf die Zucht hat diese Methode den Nachteil, dass sich nicht immer das gewünschte Paar bildet. Bei älteren Vögeln wird es schon etwas schwieriger, da nicht jeder Hahn eine neue Henne akzeptiert. Altvögel lassen sich erfahrungsgemäß leichter mit jungen Tieren verpaaren. Man sollte dabei beachten, dass man das Weibchen zuerst in eine Voliere einsetzt, damit der Hahn in eine neue Umgebung kommt und dadurch die Henne schneller akzeptiert. Strohsittiche können im zweiten Jahr zur Brut schreiten, allerdings brüten die meisten erst im dritten Jahr. Im April bis Mai, wenn uns die ersten warmen Tage beschert werden, beginnt der Strohsittich mit der Balz. Der Hahn sitzt auf einer Sitzstange neben der Henne mit nach vorne gestoßenen und leicht geöffneten Flügeln, die Brustfedern gesträubt, der Kopf aufgerichtet und nach hinten oder zur Seite geneigt, wippt er mit dem gefächertem Schwanz. Dabei ertönt ein unablässiges Geschnatter. Er balzt auch auf dem Erdboden und vor dem Nistkasten. Damit lockt er sein Weibchen herbei. In der Auswahl der Nistkästen sind die Tiere nicht sehr wählerisch. Man kann diese Kästen ohne weiteres selbst herstellen (sechseckig, Höhe 60 cm, Innendurchmesser 24 cm, und das Einflugloch hat einen Durchmesser von 8 cm). Natürlich sollte alles aus Naturholz sein. Man kann auch ausgehöhlte Baumstämme mit 24 cm Innendurchmesser und 60 cm Tiefe verwenden. Auch mit Einflugloch von 8 cm Durchmesser, darunter befindet sich eine etwa 10 cm lange Anflugstange. Diese ist nicht unbedingt nötig, erleichtert den Vögeln aber später das Füttern der Jungen von außen. Den Boden des Nistkastens fülle ich mit Hobelspänen/Hamsterstreu auf, weil es so einfach sauber zuhalten ist und meine Vögel sie sehr gut annehmen. Außerdem nehmen sie gut die Feuchtigkeit des Kotes auf, wodurch die Füße und Ringe der Jungtiere sauber bleiben. In manchen Zuchtberichten verwenden die Züchter Sägemehl, dieses ist jedoch fein, staubig, und kann sich somit in den Augen der Jungen festsetzen und zu Entzündungen führen. Der Luftfeuchtigkeit im Niststamm muss in der Regel nicht allzu große Aufmerksamkeit geschenkt werden, denn die Zuchthennen regeln das selber über das tägliche Baden. In der Balzzeit ist der Strohsittich ein sehr lebhafter Vogel, und man sollte in dieser Zeit seine Paare sehr gut beobachten, da manche Hähne gegenüber ihren Hennen aggressiv werden können. Solche Hähne sollten nicht zur Zucht angesetzt werden. Bereits vor der Eiablage bettelt die Henne beim Hahn um Nahrung und wird auch regelmäßig gefüttert. Kurze Zeit später liegt meistens das erste Ei im Nistkasten. (Ein erfahrener Züchter sieht dies bereits einige Tage vorher an der unnatürlich gewölbten Rückenlinie des Weibchens.) Diesem folgt dann jeden 2. Tag ein weiteres Ei. Nachdem die Henne sich gesetzt hat, kann man am 5. Tag im Ei rote Adern erkennen, die auf eine Befruchtung hinweisen. Nach gut einer Woche verfärbt sich das befruchtete Ei schwärzlich, die nicht befruchteten Eier bleiben hell. Ich habe festgestellt, dass meine Zuchtweibchen sich erst ab dem 5. Ei setzen. So kommen die Jungen auch zusammen an einem Tag aus ihren Eiern heraus. Durchschnittlich besteht ein Gelege aus 5-6 Eiern. Während die Henne die Eier bebrütet, wird es regelmäßig vom Hahn gefüttert. Nach einer Brutzeit von 20 Tagen erblicken die Jungen das Licht der Welt, sie öffnen die Eischale mit ihrem Eizahn. Den Eizahn verlieren die Jungtiere im Alter von ca. 1 Woche. An den ersten Lebenstagen der jungen Strohsittichs kommt die Henne fast überhaupt nicht aus dem Nistkasten heraus. Was ihr der Hahn an Futter gibt, verfüttert sie an die Jungen weiter. Sie würgt das Futter aus dem Kropf hoch und pumpt es in die Schnäbel der Kleinen. Wichtig für das Gedeihen der Jungen ist ein Sekret das sich im Kropf der Eltern bildet und sehr eiweißhaltig ist. Kräftige Jungvögel kann man nur erzielen, wenn die Altvögel optimal ernährt sind und diese ihre Jungen gerade in den ersten Lebenswochen ausreichend mit Nahrung versorgen. Geschieht dieses nicht, so holen die jungen Strohsittichs in bezug auf Größe nicht mehr auf. Zwischen dem 8. und 10. Tag, je nach Wachstumsfortschritt, werden die jungen Strohsittichs bei mir mit geschlossenen AZ-AGZ-Ringen 6,0 mm beringt. Der Ring ist zuerst über die drei längeren Zehen und danach über die vierte kleinere zu streifen. Notfalls muss die vierte Zehe mit einem spitzen Gegenstand (Zahnstocher oder angespitztes Streichholz) durch den Ring gezogen werden. Es darf kein Ring mit Gewalt übergezogen werden, da eine bleibende Fußverletzung nicht ausgeschlossen werden kann. Ich mache regelmäßig Nistkastenkontrollen, meist wenn die Henne zum Abkoten oder zur Nahrungsaufnahme den Nistkasten verlassen hat, manche Männchen jagen allerdings Ihre Hennen wieder in den Nistkasten hinein treiben. Bei den Kontrollen nehme die jungen Strohsittiche in die Hand oder heraus, um zu überprüfen ob sie gut gefüttert werden und damit sie keine Angst haben, wenn sie den Nistkasten verlassen. Somit werden sie von klein an recht zutraulich. Die Zuchtpaare gewöhnen sich schnell daran und akzeptieren die Kontrollen. Wenn die Jungen erst 10 Tage und älter sind, geht der Hahn auch in den Nistkasten und füttert direkt. In den ersten Lebenstagen haben alle jungen Plattschweifsittiche einen weißen Flaum. In diesem Alter öffnen die Jungen ihre Augen, und man erkennt die ersten Federkiele. Der Hahn füttert immer eifriger, und wenn die Jungen mit etwa 35 Tagen das Nest verlassen, hat er diese Pflicht fast ausschließlich übernommen. Denn kurze Zeit später können bereits wieder Eier im Nest liegen, denn eine zweite Brut ist keine Seltenheit. Die jungen Strohsittiche werden von ihrem Vater weitergefüttert, bis sie mit etwa 14 Tagen nach dem Ausfliegen selbständig sind. In den ersten Tagen sind sie beim Fliegen noch recht unbeholfen, man sollte in der Zeit das Volierenende mit Zweigen dekorieren, um Verletzungen zu vermeiden. Da oft schon die Jungen im Nest mit Würmern infiziert werden, empfiehlt es sich, in dieser Zeit eine Wurmkur durchzuführen, denn sie entwickeln sich dann besser. Gute 4 Wochen nach Verlassen des Nistkastens trenne ich die Jungen von den Eltern, außer wenn der Hahn seinen Nachwuchs länger duldet, lasse ich die jungen Strohsittich weiterhin bei den Altvögeln. Nach Beendigung der Brutzeit nehme ich den Nistkasten/Naturstamm heraus.
Ich habe festgestellt, dass, wenn man mehrere Paare einer Art hält, diese aber nicht direkt in nebeneinander liegenden oder gegenüberliegenden Volieren gehalten werden sollte (z.B. Pennantsittiche oder Blauwangensittiche) sich dieses auf die Zucht stimulierend auswirkt. Denn gerade in der Balz heizen sich die Hähne durch ihren Gesang oder Flöten gegenseitig an. Ein weiterer Vorteil der Zucht mit mehreren Paaren einer Art oder Unterart liegt darin, dass man Jungtiere die von ihren Eltern nicht versorgt werden anderen Paaren unterlegen kann. Dass das Umlegen der Jungtiere nur in Ausnahmefällen geschehen soll dürfte als selbstverständlich angesehen werden. Ein weiterer Vorteil der Zucht mit mehreren Paaren ist das man selbst blutsfremde Paare aus seinen Jungtieren zusammenstellen kann.
Wer wirklich aus Liebe zum Tier seine Zucht betreibt, sollte sich jedoch den Vorsatz zu eigen machen: “Züchten heißt nicht nur vermehren, sondern vor allem erhalten.”
Leider züchten immer weniger diese Vögel obwohl die Nachfrage unter Züchtern stetig zunimmt und es ein großes Betätigungsfeld für den engagierten Züchter in bezug auf Größe und Farbqualität gibt.
In den letzten Jahren tauchen die ersten Mutationen der Strohsittich, unter Namensgebung und Vererbung bei den Platycercus- und Barnardius-Arten
Siegfried Wiek, AZ-Nr. 24174
IG-Sprecher der AZ-AGZ-IG Plattschweifsittiche
Literatur: Arndt, Thomas (1992); Lexikon der Papageien, Band 1-8
Hoppe, Dieter, Fachzeitschrift: Die Voliere/Heft Nr. 6/1986 –
Forshaw, Australische Sittiche (2003), Band 2
Biologie und Pflege der Plattschweifsittiche/Rosellasittiche
AZ-AGZ Standart/Musterbeschreibung